Der Alzbachpark der Ortsgemeinde Löf - Kattenes

Der Alzbachpark beginnt am Ortsrand von Löf oberhalb des Kindergartens und verläuft hangaufwärts entlang des Alzbaches bis zum Waldrand. Dort, die Nase mit frischer kühler Waldluft getränkt, die Ohren dem Plätschern des Baches lauschend, blicken die Augen auf das lebendige Treiben der Libellen über den Feuchtbiotopen bis hin zu den auf der anderen Moselseite gelegenen Weinbergen und Wäldern. Bei den Feuchtbiotopen handelt es sich um zwei stehende Gewässer, die viele Jahre von Theo Dany gepflegt wurden und sich heute in der Obhut von Rudolf Gries-Dany befinden. Das Gelände um die Feuchtbiotope beherbergt eine Schutzhütte und ist eingebettet in beiderseits aufsteigende Wälder. Diese bestehen aus ehemaligem Niederwald, Hochwald und mittlerweile schon bewaldete einstige Weinbergsflächen. Hier befindet sich ein idyllisches Plätzchen, fernab von Verkehr, Häusern und Lärm.

Hangabwärts fließt der Alzbach weiter in Richtung Ortschaft. Im Zuge der Bauleitplanung für das Gewerbegebiet wurde die an den Bach angrenzende Fläche unterhalb der Feuchtbiotope als Ausgleichsfläche ausgewiesen. Hier haben engagierte Mitglieder des Fremdenverkehrs- und Umweltausschusses, des Gemeinderates und der Jahrgang 1923/24 in Abstimmung mit der Unteren Landespflegebehörde des Kreises Mayen-Koblenz Maßnahmen geplant und umgesetzt. Diese Maßnahmen dienen zum Ausgleich des im Gewerbegebiet vorgenommenen Eingriffs in Natur- und Landschaft. Zu diesem Ausgleich wurde neben den beiden Zielen der naturschutzfachlichen und der landschaftsbildlichen Aufwertung die Umweltbildung als drittes Ziel gewählt.

Die ersten beiden Ziele verfolgte man mit der Pflanzung verschiedener heimischer Gehölze, die nach einigen Jahren Wachstum einen Schwarzerlen-Galeriewald bilden. Dieser schmale Wald säumt den Bach galerieartig und gehört dort zur natürlichen Vegetation. Am Bachufer bilden Schwarzerlen (Baum des Jahres 2003) und einige eingestreute Bruchweiden die Baumschicht. Dieser ist die Strauchschicht aus Hasel, Schwarzem Holunder, Wasserschneeball und Rotem Hartriegel vorgelagert. Die eigenwilligen Baumgestalten dieses Galeriewaldes werden zukünftig den Reiz des Landschaftsbildes erhöhen. Bei einem Blick auf den Alzbachpark von einem hoch gelegenen Aussichtspunkt der anderen Moselseite sticht dann der schmale Galeriewald in einem Biotopkomplex mit Wiesen und alten Streuobstbeständen aus der Gemarkung hervor. Erfreulicherweise haben viele Leute aus Löf-Kattenes, vom Schulkind bis zum Rentner,  bei der Pflanzaktion tatkräftig mitgeholfen.

Das dritte Ziel - die Umweltbildung - wurde mit einem Lehrpfad umgesetzt, der die Aufmerksamkeit der Besucher für Natur- und Landschaft erhöhen soll. Entlang der Fläche berichtet der Lehrpfad an drei Stationen über Themen der Landschaftsgeschichte, über Eingriff und Ausgleich in der Bauleitplanung, über unsere Wein-Kulturlandschaft und über Flora und Fauna. Der Lehrpfad will weniger detailliertes Wissen vermitteln, sondern vielmehr Denkanstöße geben und als Diskussionsbasis fungieren. Er will Anlass geben, darüber nachzudenken, wie sich unser Verhalten als Konsumenten auf die Entwicklung unserer heimischen Landschaft und damit auf die hiesige Produktions- und Lebensqualität auswirkt. Nachfolgend werden die drei Stationen kurz beschrieben:

Station I: Eingriff und Ausgleich in der Landschaft

Am Oberlauf des Alzbaches wird eingeleitet mit der Entstehung unserer Natur- und Kulturlandschaft bis hin zu deren Erhaltung und Zerstörung durch den Menschen. Daran knüpft die örtliche Bauleitplanung mit dem Eingriff im Gewerbegebiet in Natur und Landschaft an. Die Ausgleichsmaßnahmen mit der Errichtung eines Schwarzerlen-Galeriewaldes sind in einer Karte dargestellt. Der Betrachter kann vom Oberlauf einen großen Teil der Ausgleichsfläche in Richtung Mosel einsehen.

Station II: Kulturlandschaft - Erbe unserer Vorfahren<//u>

Zwischen Unter- und Oberlauf wird am Beispiel des Weinbaus mit Hilfe einer alten Weinkelter und eines dahinter nordwestlich gelegenen alten verbuschten Weinberges die Entstehung unserer Kulturlandschaft durch den Menschen erläutert und auf die Gefahr der Zerstörung der Kulturlandschaft eingegangen.

Station III: Pflanzen- und Tierwelt

Im Unterlauf ist die Aufmerksamkeit der Wanderer auf die Pflanzen- und Tierwelt gerichtet. Hier wird über die Bedeutung der Artenvielfalt und deren Reduzierung informiert und exemplarisch die Ansprüche einiger Tierarten an ihren Lebensraum dargestellt. Am Beispiel des Lebens-Turmes erfahren Gartenfreunde, wie sie Spinnen, Käfern, Schlupfwespen, Wildbienen, Vögeln und Fledermäusen eine Unterkunft geben können.

Eine Anregung: Der Lehrpfad lädt zur Wanderung ein, bei der mit den aufgenommenen Themen und Informationen während der Bewegung in der Landschaft nach Lust und Laune spielerisch umgegangen werden kann. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise bei den Fragen, ob das, was Ihr Auge erfasst, zur Natur- oder Kulturlandschaft zählt oder welche Wiese, Weide oder welcher Wald mehr Arten beherbergt.

Welche Landschaft wird Ihnen wohl am Besten gefallen ?